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Karriere-Insights
Praxiswissen aus über 8.000 Kandidateninterviews und hunderten Besetzungen – ehrlich, konkret und ohne HR-Buzzword-Bingo. Für Kandidaten und Unternehmen in Finance & Accounting, Recht sowie Immobilien & Bau.
Für Kandidaten
Die 5 Lebenslauf-Fehler, die Sie Einladungen kosten
Die meisten Lebensläufe scheitern nicht an der Qualifikation, sondern an der Darstellung. Diese fünf Fehler sehen wir als Personalberatung jede Woche – und alle fünf sind in unter einer Stunde behoben.
1. Aufgaben statt Ergebnisse. "Zuständig für Debitorenbuchhaltung" sagt nichts über Ihre Leistung. "Debitorenlaufzeit um 12 Tage reduziert" bleibt hängen. Formulieren Sie pro Station mindestens ein bis zwei messbare Erfolge mit Zahlen – das ist der Unterschied zwischen einem Tätigkeitsprotokoll und einem Verkaufsargument.
2. Kein roter Faden. Wenn ein Recruiter nach zehn Sekunden nicht weiß, was Sie können und wohin Sie wollen, weiß es der Fachbereich erst recht nicht. Ein kurzes Profil am Anfang (zwei bis drei Zeilen) löst das Problem.
3. Weiterbildungen verstecken. Bilanzbuchhalter IHK, Fachwirt, Zusatzqualifikationen – das gehört prominent auf Seite eins, nicht ans Ende. Viele Arbeitgeber wissen übrigens nicht, dass IHK-Aufstiegsfortbildungen auf DQR-Niveau 6 formal einem Bachelor entsprechen. Schreiben Sie es dazu.
4. Lücken kaschieren statt erklären. Recruiter finden Lücken immer. Ein ehrlicher Satz ("Elternzeit", "berufliche Neuorientierung", "Pflege eines Angehörigen") wirkt souveräner als kreative Datumsangaben – die fliegen spätestens im Gespräch auf.
5. Ein Lebenslauf für alle Stellen. Die Reihenfolge Ihrer Stichpunkte sollte sich an der Zielposition orientieren. Das dauert 15 Minuten pro Bewerbung und verdoppelt erfahrungsgemäß die Rückmeldequote.
Tipp: Ein kostenloses Lebenslauf-Muster im bewährten tabellarischen Format finden Sie auf unserer Startseite zum Download.

5 Fragen, die Sie im Vorstellungsgespräch stellen sollten
"Haben Sie noch Fragen?" – Die meisten Kandidaten verschenken diesen Moment. Dabei entscheidet er oft über den Eindruck, und vor allem: über Ihre eigene Entscheidungsgrundlage. Diese fünf Fragen lohnen sich – und das verrät Ihnen die jeweilige Antwort.
1. "Warum ist die Position frei?" Nachfolge, Wachstum – oder der dritte Abgang in zwei Jahren? Die Antwort (und das Zögern davor) sagt mehr als jede Karriereseite.
2. "Woran messen Sie nach zwölf Monaten, ob die Besetzung ein Erfolg war?" Wer das nicht beantworten kann, weiß selbst nicht genau, wen er sucht. Das ist ein Warnsignal.
3. "Wie sieht ein typischer Konflikt im Team aus – und wie wurde der letzte gelöst?" " Bei uns gibt es keine Konflikte" ist die schlechteste mögliche Antwort. Gesunde Teams haben Konflikte und Wege, sie zu lösen.
4. "Was hat die letzte Person in dieser Rolle besonders gut gemacht?" Diese Frage zeigt, ob Leistung überhaupt gesehen und wertgeschätzt wird – oder ob nur Fehler auffallen.
5. "Wie ging es der Abteilung in der letzten stressigen Phase – Jahresabschluss, Deadline, Projekt-Endspurt?" Hier hören Sie die Wahrheit über die Kultur, nicht die Broschüren-Version.
Profi-Tipp: Stellen Sie mindestens eine dieser Fragen sowohl der Fachabteilung als auch der Personalabteilung. Wenn die Antworten stark voneinander abweichen, wissen Sie Bescheid.
Für Unternehmen
AGG-Fallen in Stellenanzeigen: Die 5 teuersten Formulierungsfehler
"Junges, dynamisches Team sucht Berufseinsteiger" – das sind zwei AGG-Verstöße in einem Satz. Die meisten passieren nicht aus böser Absicht, sondern aus Gewohnheit. Teuer werden sie trotzdem: Abgelehnte Bewerber können bis zu drei Monatsgehälter Entschädigung verlangen, und sogenannte AGG-Hopper suchen gezielt nach fehlerhaften Anzeigen.
1. "Junges Team" / "Digital Native": Altersdiskriminierung – auch als Beschreibung des Teams, nicht nur der gesuchten Person.
2. "Berufseinsteiger" / "maximal 3 Jahre Erfahrung": ebenfalls Alter. Zulässig ist die Mindest-Anforderung an Erfahrung, unzulässig die Obergrenze.
3. "Deutsch als Muttersprache": Diskriminierung wegen ethnischer Herkunft. Richtig wäre: "verhandlungssichere Deutschkenntnisse".
4. "Körperlich fit": ohne tätigkeitsbezogenen Grund riskant – das kann in Richtung Behindertendiskriminierung kippen. "Belastbar" ist dagegen in Ordnung.
5. Das vergessene (m/w/d): Die Anzeige muss durchgängig geschlechtsneutral sein – auch im Fließtext und in Bildunterschriften, nicht nur im Titel.
Die gute Nachricht: AGG-konform und trotzdem attraktiv schreiben ist kein Widerspruch, sondern Handwerk. Vertiefend dazu: unser Praxisbuch "Stellenanzeigen schreiben" mit Formulierungshilfen und Musteranzeigen – erhältlich auf Amazon (siehe Publikationen auf der Startseite). Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.
Für Kandidaten
Bereit für den nächsten Schritt?
Für Unternehmen
Offene Position, die sich zieht?